Hilfe, ich tue es schon wieder…

Ich weiß, dass der Tag nur 24 Stunden hat und vorläufig keine Aussicht auf Verlängerung besteht. Ich lese gern, ich stricke, ich bin gern draußen unterwegs, ich versuche regelmäßig Sport zu treiben und ich habe noch einige Ideen, was ich noch fotografieren möchte. Ganz nebenbei bin ich jeden Tag ca. 11 Stunden nicht zu Hause, weil neue Bücher, Wolle etc. ja auch bezahlt werden wollen. 😉

Aber ist mir schnell langweilig. Also ich habe schon genug Ausdauer für ein dickes Buch (dünne Bücher oder Kurzgeschichten mag ich gar nicht so gern), für einen geräumigen Pullover mit aufwändigem kleinteiligen Strickmuster usw. Aber ab und an erliege ich mit Haut und Haar dem Reiz den Neuen. Dann muss ich etwas Neues anfangen/lernen/ausprobieren. Da hänge ich mich dann so richtig rein, leide gleichzeitig darunter, dass für alle anderen oben genannten Aktivitäten nicht mehr genug Zeit habe. Außerdem braucht man für das Neue immer irgendwas: Material, Bücher, einen Kurs usw.

Über die Jahre habe ich mich auf diese Weise schon mehr oder weniger intensiv mit Spanisch, Mikromakramee, Perlenhäkeln,  Chainmaille, Arabisch, Spinnen, Tai Chi, paper beads, Meditation und wohl noch einigen Dingen befasst… mit unterschiedlichem Erfolg und Ausdauer.

Der Beste lästert immer, wenn ich mal wieder unbedingt dieses oder jenes anfangen MUSS, weil er weiß, wie viel ich davon auch schnell wieder aufgebe. Ok, wenn man Perlenhäkeln einmal kann, muss man das nicht unentwegt tun, ebenso verhält es sich mit Chainmaille oder Makramee. Im Gegenteil, wenn man es damit übertreibt, quillt früher oder später jede Schublade mit Ketten, Armbändern und Ohrringen über und man kommt am Ende auf den Gedanken, dass man diesen Kram verkaufen könnte und hat dann auch noch einen Dawanda-Shop an der Backe (Link oben, hüstel). Auch drei Jahre Tai Chi habe ich nicht als „schnell wieder aufgegeben“ empfunden.  Mein Ziel, die gesamte Form zu lernen, habe ich erreicht und die ist jetzt immer noch ein beliebter „Frühsport“.

Bei anderen Dingen hat er aber durchaus Recht. Gerade beim Lernen neuer Sprachen waren meine Erfolge bisher immer recht bescheiden. Ich weiß ganz genau, wie viel Arbeit darin steckt, eine Sprache halbwegs zu erlernen, schließlich habe ich mal zwei studiert… fulltime… und auch da ging es nicht immer mit Riesenschritten vorwärts und es hat auch nicht jeden Tag Spaß gemacht. So enden meine Bemühungen meist damit, dass ich auch später noch die ersten vier Lektionen ziemlich gut aufsagen kann und früher oder später lasse ich den Besten die herumliegenden Bücher, Sprachkurse usw. wieder verkaufen.

Jetzt ist es wieder soweit. Es hat mich, ich muss etwas Neues lernen, unbedingt, ich bin ganz hibbelig. Eigentlich habe ich nur ganz harmlos und – wie ich finde – überaus lobenswert den nächsten Urlaub geplant. Nun hat mich das Urlaubsland in spe total in seinen Bann gezogen und ich müsste dringend mal eine neue Sprache lernen…

Aaaaahhh, gibt’s dafür ’ne Selbsthilfegruppe, die anonymen Zwangs-Ausprobierer (oder so)?

 

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3 Gedanken zu “Hilfe, ich tue es schon wieder…

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