Gelesen: Daniel Cole: Ragdoll – Dein letzter Tag

Thriller, Ullstein Taschenbuch, August 2014, ISBN 978-3548289199, 480 S., Taschenbuch, 14,99 EUR,
Klick aufs Cover führt zum Buch. (Affilitate-Link).

Inhalt: Die MET/New Scotland Yard ermittelt in einem Serienmord. Der Täter hat sechs Menschen ermordet und aus deren einzelnen Körperteilen einen Körper („Ragdoll“) zusammengeflickt. Diese makabere Leiche hat er fast kunstvoll in eine leere Wohnung gehängt und eine ihrer Hände deutet aus dem Fenster auf die Wohnung von William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, der einer der führenden Ermittler in diesem Mordfall ist. Wer sind die Opfer? Welcher Zusammenhang besteht zwischen ihnen? Der Mörder spielt der Presse eine Liste mit seinen nächsten Opfern und dem geplanten Datum ihres Todes zu. Das letzte Opfer auf der Liste ist Wolf. Es beginnt ein rasanter Wettlauf zwischen Killer und Polizei, einerseits den ersten Fall zu lösen und andererseits die potentiellen Opfer zu schützen.

Erzählweise: Das gesamte Buch ist in der dritten Person erzählt. Erzählte Zeit 28.6.-14.7.2014 mit einigen Rückblenden in die Jahre 2010 und 2011. Der Leser sieht da Geschehen stets aus Sicht der Polizei, d.h. sein Wissensstand ist immer auf dem aktuellen Stand der Ermittlungen.

Fazit: Unbedingt lesenswert! Ein fesselnder Thriller, der rasant beginnt und es schafft, dieses Tempo und die Spannung zu halten und noch zu steigern. Anders als viele andere Thriller hat dieser wirklich keine Längen. Der Autor führt immer wieder plausibel unerwartete Wendungen in die Geschichte ein. Mir ist es bis kurz vor Ende der Geschichte nicht gelungen, einen Verdacht zu formulieren.

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Gelesen: Clare Macintosh, Alleine bist du nie

buch_macintoshPsychothriller, Bastei Lübbe, Januar 2017, ISBN 978-3-404-17470-6, 448 S., Taschenbuch, 10,90 EUR.

Hier geht es zum Buch (Affilitate-Link): Alleine bist du nie: Psychothriller.

Inhalt: Zoe Walker, 40, geschieden, Freund, zwei Kinder arbeitet bei einer Immobilienfirma in London. Ihren Arbeitsweg legt sie täglich mit der Bahn zurück. Eines Tages findet sie in der Zeitung Gazette eine Kontaktanzeige – nur eine Webseite und Telefonnummer – mit ihrem Foto. Sie ist verwirrt und verängstigt. Als sie ihrer Familie die Anzeige zeigt, wiegelt diese ab, die Frau sei ihr höchstens ähnlich. Wenig später sieht sie diese Kontaktanzeige in der Gazette wieder mit dem Bild einer anderen Frau. Als sie dann in einer anderen Zeitung über einen Raub in der Bahn liest, erkennt sie das Opfer auf dem Bild wieder… die andere Frau aus der Anzeige. Sie denkt an die Anzeige mit ihrem Bild und ruft besorgt Kelly Swift, die zuständige Polizistin an.

Kelly ist eine junge, talentierte und ehrgeizige Polizistin mit „Vergangenheit“, aufgrund derer sie in den Streifendienst versetzt wurde und die sich zur Ermittlungsarbeit zurücksehnt. Sie ist inzwischen von dem Fall abgezogen, nimmt aber Zoes Information interessiert entgegen.

Zoe ist wegen ihres Bildes in der Gazette weiter beunruhigt und behält die Anzeigen im Auge. Als ein weiteres Verbrechen an einer Frau verübt wird, deren Bild mit der Anzeige in der Gazette veröffentlicht wurde, ist Zoe von einem Zusammenhang überzeugt und geht zur Polizei. Später kontaktiert sie Kelly noch einmal. Kelly schafft es, bei der ermittelnden Einheit zu dem möglichen Zusammenhang vorzutragen, darf an dem Fall mitarbeiten und stürzt sich mit Eifer in die Ermittlung.

Während Kelly die Ermittlungen voranbringt, hat Zoe mehr und mehr das Gefühl, dass sie genau beobachtet wird und jemand über jeden ihrer Schritte Bescheid weiß… aus diesem Gefühl wird Gewissheit, die Personen ihrer Umgebung sind nicht, was sie scheinen und jeder wird verdächtig…

Erzählweise: Die Geschichte im Wechsel aus der Ich-Perspektive (Zoe) und in der dritten Person – wenn von Kelly und den Ermittlungen berichtet wird – erzählt. Dazwischen sind kursiv abgehobene Abschnitte geschaltet, in denen der Täter bestätigt, was der Leser aus den Geschehnissen um Zoe bereits ahnt. Die Spannung ergibt sich aus dem Wissensdefizit der Polizei zu dem, was Zoe aus eigenem Erleben weiß. Durch die Ich-Perspektive kann der Leser sich leicht mit Zoe identifizieren und ihre Angst teilen. Die Erzählung entwickelt gemächlich, die Spannung wird stetig aufgebaut, ohne dass es einen eindeutigen Verdächtigen gibt, so bleibt der Leser am Ball, indem er mal diese, mal jene Person verdächtigt und sie auf die Bestätigung seiner Vermutung abklopft.

Fazit: Ein solider Thriller, der den Leser vielleicht nicht atemlos vor Spannung macht, aber ihn definitiv sehr gut unterhält. Der Spannungsbogen steigt stetig bis zum Finale, Zoe und Kelly als Figuren laden zur Identifikation und zum Mitfühlen ein, es gibt mögliche Verdächtige, die den Leser (mehrfach) auf eine falsche Fährte führen, und die Auflösung des Falls ist überraschend und dennoch plausibel.

Genau die richtige Lektüre für die tägliche Bahnfahrt. 😉